FILMVORFÜHRUNG „Blut muss fließen“

Blut muss fließen
FILMVORFÜHRUNG
„Blut muss fließen“

Undercover unter Nazis
27. & 28. April 2015 Ingolstadt

Der Sänger gröhlt Gewaltparolen, die Neonazis toben und Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Als Thomas Kuban zum ersten Mal ein Rechtsrock-Konzert mit versteckter Kamera dreht, ermöglicht er Einblicke in eine Szene, in die sich kaum ein Außenstehender hineinwagt.
Sechs Jahre später hat er rund 50 Undercover-Drehs hinter sich, auch in Ländern jenseits deutscher Grenzen.
Mit Rechtsrock junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren – dieses Vorgehen scheint gut zu funktionieren: Laut einer Studie ist der Rechtsextremismus hierzulande zur größten Jugendbewegung geworden. Um die Musikveranstaltungen hat sich ein blühender Markt entwickelt, z.B. werden CDs der einschlägigen Bands und Merchandising-Artikel in Eigenregie produziert und in Szeneläden oder über das Internet verkauft. Auf diese Weise wird zugleich Geld für die Expansion der Bewegung generiert.
Der Regisseur Peter Ohlendorf hat Thomas Kuban auf seiner Reise durch Deutschland und Europa mit der Kamera begleitet, auch an Orte, an denen er zuvor versteckt gedreht hat. Im Fokus stehen dabei politische Entscheidungsträger, Behörden und Bürger.
Der Protagonist des Films muss unerkannt bleiben, sein Name ist folglich ein Pseudonym. Die eigenwillige Verkleidung dient nicht nur seinem Schutz, sondern thematisiert in ihrer Übertriebenheit zugleich die Rezeption seiner Person durch die Gesellschaft.

Dieses, auf der Berlinale 2012 hoch gelobte Filmprojekt, wurde in Deutschland nun schon über 200 mal gezeigt. Gerade jetzt ist es an der Zeit, Peter Ohlendorf mit seinem Film auch nach Ingolstadt zu holen.
Mit „PEGIDA“ nimmt der Rechtsruck unserer Gesellschaft der letzten Jahre Gestalt an. Nicht nur im Osten Deutschlands gehen Tausende auf die Straße, um ihrem Ausländerhass Ausdruck zu verleihen. In München hetzt „BAGIDA“ gegen Moslems und Asylsuchende. Auch aus Ingolstadt bekommen sie Unterstützung. Auf der Facebookseite „INGIDA“ wird versucht einen regionalen Ableger zu organisieren. Montag für Montag fährt gut ein Dutzend aus unserer Stadt zu diesen rechten Aufmärschen.
Von der Facebookseite „Gegen die Asylunterkunft in Oberstimm in der Immelmann-Kaserne“ aus wird rechtsradikale Propaganda verbreitet. Die rassistischen Schmierereien an der Max-Immelmann-Kaserne vom Oktober letzten Jahres sind vielleicht nur ein Vorgeschmack darauf, was passiert, wenn dieser Hass nicht nur im Internet ausgelebt wird.
Auch Rechtsrockkonzerte finden in der Region statt. So spielte beispielsweise die Grauzoneband „Krawallbrüder“ am 24.10.2014 von der Öffentlichkeit, völlig unbehelligt im Ohrakel, am Ingolstädter Hauptbahnhof. Mit „Sturmtrupp“ aus Neuburg hat unsere Region auch eine international bekannte Neonaziband, die in ganz Europa für volle Konzertsäle sorgt. Dies sind nur einige Beispiel rechter Aktivitäten Ingolstadts und dessen Umland. Doch bei weitem nicht alle!

Wir wollen mit diesem Projekt präventiv wirken. Wenn sich erst einmal eine Szene etabliert hat, wird es um so schwerer, dem entgegen zu arbeiten.
Wie sollen Eltern und Lehrer bemerken, wenn Jugendliche beginnen sich für die rechte Szene zu begeistern, wenn sie nicht wissen worauf sie achten müssen? Die Ausbreitung von rechtem Gedankengut, vor allem bei Jugendlichen, lässt sich nur durch eine aufmerksame Gesellschaft verhindern. Durch eine Gesellschaft, die nicht weg sieht und die Augen verschließt.
Wir wollen genau jetzt, wenn faschistische Strukturen in Oberbayern neu entstehen und sich festigen, mit dieser Filmvorführung das Thema „Rechtsextremismus“ wieder in die Öffentlichkeit tragen.
Dazu möchten wir am 27.4.2015 eine Abendveranstaltung und am 28.4.2015 mehrere Vorführungen an Schulen organisieren.
Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung!

Für weitere Informationen:
www.filmfaktum.de
Kontakt:
ingegenrechts@web.de